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Haus und Familie  
  

 


 

 


 
 

 
 
Haus und Familie

 

 

Billig essen und einkaufen - Bei Behörden Bahn und Bundeswehr

Abgesehen von den Nichtsesshaften, die bei entsprechender Voraussetzung ihre
Mahlzeiten völlig kostenlos in Empfang nehmen können, leben Studenten, Beamte
und andere Staatsbedienstete (die es meistens gar nicht nötig hätten) in unserem Sozialstaat am billigsten.

Auch Sie können teilweise davon profitieren, wenn Sie es richtig anstellen und z.B. für warme Mahlzeiten die richtigen Kontaktstellen kennen.


Die Reporterin einer Boulevardzeitung hat es einmal ausprobiert und sich zum Teil
schon für einen Euro ordentlich satt essen können.

So etwa in der Uni-Mensa, in der
Arbeitsamts- oder Gerichtskantine oder gar im Rathaus. Wichtigste Voraussetzung
für das kostengünstige Mahl: Ein sicheres Auftreten und eine der Oertlichkeit
angepasste Kleidung.

So genügen in der Uni-Mensa durchaus ein
Rollkragenpullover und Jeans, um aufgrund dieser "Uniform" als Student angesehen zu werden.


In ausgesprochenen Beamtenkantinen kommt es hingegen auf eine korrekte
Kleidung an. Wer nach einem Bummel durch ein Warenhaus Appetit auf einen
Besuch im Kasino fürs Personal hat, kann sich dort meistens für ca. 2 Euro einen
leckeren Eintopf schmecken lassen.


Weitere günstige Verpflegungsmöglichkeiten bestehen in den Kasinos und Kantinen von Versicherungen, Krankenkassen, Berufsverbänden und grösseren Unternehmen in einer Stadt.

Manchmal klappt es sogar nach einem
Museumsbesuch in der nebenan liegenden Verpflegungsstätte, auf Messen und
Ausstellungen.


Einige Firmen und öffentliche Einrichtungen haben dagegen zwar schon etwas
vorgesorgt und geben Essensmarken aus, aber in vielen Gaststätten und Kantinen
ist doch auch für Besucher des Hauses gesorgt, die dann zwar etwas mehr zahlen
müssen als die eigentlichen Betriebsangehörigen, aber doch entschieden weniger als in der nebenan liegenden Gaststätte.


Manchmal ist es nützlich, sich wegen einer Information, eines Verkaufsgespräches
oder einer Stellenanfrage kurz vor Mittag zu melden. Der Hinweis auf den knurrenden Magen führt meistens zur Einladung zu einem preiswerten oder gar kostenlosen Mittagsmahl (oft als Entschädigung gedacht für die nicht zustande gekommene Einstellung).


Selbst wenn keine solche Einladung vorliegt, kann der Gang zur Kantine lohnend
sein, weil - wenn man sich ein Tablett zur Selbstbedienung schnappt - man so
schnell gar nicht auffällt.

Die Ausrede, dass man auf einen Sachbearbeiter wartet, der leider erst nach dem Essen eintreffe, ist dann meistens Grund genug, eine billige Mahlzeit zu bekommen.


Es soll schon Leute gegeben haben, die sich unter der Vorspiegelung "Tester vom
Gastronomieverband" zu sein, durch die Lokale gegessen haben. Aber dazu
gehört doch schon eine Portion Unverfrorenheit und manche Wirte reagieren, wenn die Sache auffliegt - mangels entsprechenden Ausweises - ausgesprochen sauer.

Andererseits sind gewiefte "Tester" so klug, nach dem Mahl zu fragen, was die Sache denn kosten soll, weil meistens die Geschäftsführer abwinken und in der
Hoffnung auf gute Kritik auf Bezahlung verzichten.


Auch Reporter, die "einen Bericht über die besten Gaststätten der Stadt" schreiben
wollen, können damit rechnen, dass sie sich kostenlos oder mindestens
kostengünstig füllen dürfen, sollten aber entsprechendes Material zur Hand haben
und irgendeine "Kulinarische Zeitschrift" auf den Tisch legen.

Sofern nicht gesagt wird, dass man für gerade dieses Blatt tätig ist, kann später auch kein Geschäftsführer eine böse Absicht unterstellen, zumal wenn der "Tester" noch nach der Rechnung fragt.


Preiswert und meistens völlig kostenlos speist man zudem in den Verpflegungsstätten der christlichen Gemeinschaften, bei Heilsarmee und
Bahnhofsmission und bei festlichen Veranstaltungen, zu denen viele Gäste
gehören.

So gibt es immer wieder einige recht unverfrorene Leute, die sich an
Begräbnissen der High Society beteiligen, um danach am grossen Leichenschmaus teilzunehmen, da von den vielen Gästen einer den anderen nicht kennt.

Desgleichen trifft man sich dann auch auf Hochzeiten oder Firmenfesten mit
grosser Gästebeteiligung. Hier kommt es eben auf das feste Auftreten an.


Preiswert essen und sich langfristig verpflegen können Sie sich übrigens auch
durch einen lohnenden Einkauf bei der Bundeswehr.

Das hört sich dann etwa wie folgt an:

Ein Kilo Cervelatwurst für EUR 7.50.

Tilsiter Käse für EUR 4.50 das Kilo.

250 Gramm Mehl für 50 Cent.

Sie meinen, das wären Traumpreise? Doch diese Top-Angebote stimmen wirklich.


Allerdings kannten bisher nur Eingeweihte diese tollen Einkaufsmöglichkeiten: die
Standortverwaltungen der Bundeswehr im gesamten Bundesgebiet. Da gibt es
keine Werbeanzeigen zum Einkauf, kein Reklameschild vor der Tür.

Trotzdem: Alle Standortverwaltungen verkaufen halb- oder vierteljährlich die jeweils eingelagerte Krisen-Verpflegung.


Die steht bereit, wenn im Ernstfall plötzlich einmal Reservisten in die Kasernen
gerufen werden und der Verpflegungsbedarf grösser wird.

Von Zeit zu Zeit wird dieser Ueberschuss verkauft, damit neue Ware eingelagert werden kann. Das geschieht dann ohne Profit, fast zum Selbstkostenpreis.


Ein Verkaufsangebot der Standortverwaltung Kiel sah vor einiger Zeit
folgendermassen aus:


- 400 Gr.-Dose Jagdwurst: EUR 1,56.


- Heringsfilet in verschiedenen Saucen (115 ml): 30Cent


- Eine Kilo-Packung Eier-Makkaroni: 75 Cent


- Rieseneimer Gewürzgurken: EUR 6,50.


- Schmelzkäse: EUR 3,99 pro Kilo.


- Bratklops mit Sauce (1500 gr): EUR 3,26.


Diese Angaben sind natürlich ohne Gewähr und zeitlich wie örtlich variabel.


Allerdings: Verkauft wird der Überschuss nur an Sammelbesteller, das heisst nur in
grösseren Mengen (Wert ab ca. DM 300,-- pro Einkauf).

Mit kleinen Einzelkäufern gibt man sich beim Bund nicht ab.


Die halb- oder vierteljährlich erfolgenden Verkäufe müssen telefonisch bei Ihrer
nächsten Standortverwaltung erfragt werden.

Die Rufnummern stehen unter der
Bezeichnung "Bundeswehr, Standortverwaltung oder Standortvermittlung" im Telefonbuch.

Wo das nicht der Fall ist, hilft Ihnen sicher die Telefonauskunft weiter.


Lassen Sie sich Ort, Zeit, Art der zum Verkauf kommenden Waren usw. mitteilen.
Wenn Sie selbst Einkäufe in dieser Grössenordnung nicht tätigen wollen oder
können, benachrichtigen Sie Ihre Freunde, Nachbarn, Betriebs-Kollegen oder
Klubmitglieder und nutzen Sie gemeinsam die Chance, sich preiswert mit
Lebensmitteln einzudecken.


Übrigens: Manche der Standortverwaltungen geben von Zeit zu Zeit auchÜberschüsse anderer Art - wie Bundeswehrkleidung, Schuhe, Schlafsäcke, Ausrüstungsgegenstände usw. - zu günstigen Bedingungen ab.

Zwar werden diese Waren am liebsten den teilweise schon etablierten Grossaufkäufern überlassen, aber auf diese Weise können Sie auch mit diesen Unternehmen in Verbindung treten und dort so manchen für Sie interessanten Gebrauchsartikel erwerben (oder weiterverkaufen).

Sie müssen nur einmal danach fragen.
Ein Fahrrad für 30 Euro, Schirme für 3 Mark, Handschuhe für weniger als einen Euro - wo gibt es denn so etwas?

Bei der Deutschen Bundesbahn! Dort werden jeden Monat immer zur gleichen Zeit Regenschirme, Fahrräder, Kleidung, Schmuck, Teppiche, Kameras, ja manchmal sogar Fernseher und andere Einrichtungs- und Unterhaltungsgeräte, bei den jeweiligen Fundbüros versteigert.


Zwar sind die Sachen meistens gebraucht, aber was versteigert wird, muss dennoch tadellos "in Schuss" sein. Beschädigte Artikel werden nicht angeboten.


Versteigert wird alles, was in Zügen, Schliessfächern oder auf Bahnanlagen
vergessen und gefunden wurde. Wer sich einmal näher mit dieser günstigen
Einkaufsgelegenheit befassen will, findet nachfolgend einige Angaben über die
jeweiligen Versteigerungsorte und -termine (Angaben ohne Gewähr):


Hannover:

Versteigerung jeweils am 2. Dienstag im Monat in der Kurt-Schumacher-Strasse (Kellergewölbe der Expressgutabfertigung) ab 9.00 Uhr.


Wuppertal:

1. Dienstag und Mittwoch im Monat, im Bahnhof Wuppertal-Elberfeld,
zwischen 9.00 und 14.00 Uhr.


Köln:

1. Freitag im Monat (am Salzmagazin) ab 9.00 Uhr.


Hamburg:

Jeden 1. Mittwoch, Donnerstag und Freitag im Monat in der Stresemannstrasse 14, ab 9.00 Uhr.


Frankfurt:

Die ersten drei Wochentage im Monat im Hauptbahnhof Frankfurt/M.


Stuttgart:

1. Montag und Dienstag im Monat in der Wolframstrasse 19 (beim
Güterbahnhof) von 9.00 bis 12.30 Uhr.


Karlsruhe:

Jeweils 1. Donnerstag im Monat im Hauptbahnhof, von 9.30 bis 14.00
Uhr.


München:

1. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag eines Monats, im Fundbüro
München-Hauptbahnhof, Paul-Heyse-Strasse 11.


Nürnberg:

Am 7., 8., 28. und 29. November im Fundbüro des Nürnberger Hauptbahnhofs. Die sonstigen Termine müssen für Nürnberg erfragt werden.


In den meisten anderen Gross-Städten mit Bundesbahnbetrieb und Bahnhöfen werden ebenfalls Versteigerungen von Fundsachen durchgeführt. Bitte fragen Sie bei Interesse bei den jeweiligen Bundesbahn-Direktionen nach, die Ihnen dann sicher gern Ort und Termin der nächsten Versteigerung bekanntgeben.


Ein kleines Beispiel für die Preiswürdigkeit solcher Versteigerungen mag der Einkauf eines dem Autor persönlich bekannten Herrn sein, der sich für nur 12 Euro mit fünf verschiedenen Schirmen eingedeckt hat.

Es soll Gebrauchtwarenhändler geben, die bei den angesagten Versteigerungen geeignete Artikel billig erstehen und dann in eigenen Geschäften mit entsprechendem Aufpreis zum Verkauf anbieten.

 

 

 

 

     
 
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